Madame Tricot

Künstlerin / Wil



www.tricotgourmand.blogspot.com
Juli 2012

In einem friedlichen und unauffälligen Wohnquartier befindet sich das Zuhause und zugleich das Atelier von Madame Tricot. Der Weg bis zum Hauseingang wird bewacht von Sandstein-Skulpturen, zulächelnden Zwergen und ist reichlich geschmückt mit Blumen in allen Farben. Was besonders auffällt, ist der eingestrickte Baumstamm. Der Weg verspricht: Hier wohnt eine besondere Persönlichkeit. Die Künstlerin spricht mit einem lieblichen französischen Akzent und sprudelt vor Energie und Lebensfreude. Eine strahlende Frau mit viel Herz, Charme und der aussergewöhnlichen Spezialität – Lebensmittel zu stricken. Sei es im selbstkreierten Muschel-Thron in ihrem Garten, im Wohnzimmer, im Auto, im Zug, im Park… In jeder freien Minute werden die Lebensmittel gestrickt, und dies ohne Anleitung. Ob es eine Salami, ein Hummer oder ein Desserttörtchen wird, zeigt sich mit der Zeit. Und die Zeit geht schnell. Madame Tricot strickt täglich Lebensmittel und arrangiert sie zum Anbeissen ähnlich.

Seit wann stricken Sie und wie oft?

Ich stricke seit meiner Kindheit und war auch die Einzige in unserer Familie. Meine Mutter war Designerin, mein Vater Modejournalist. Somit war es von Zuhause aus naheliegend, dass ich mich mit etwas Künstlerischem befasse. Wenn ich aus dem Haus gehe, habe ich immer meine Strickarbeit dabei. Wenn ich irgendwo warten muss, dann stricke ich. Wenn ich in einem Kaffee bin, dann stricke ich. Wenn ich im Flieger bin, dann stricke ich. In jeder freien Minute stricke ich, dass heisst, ich nutze jede Möglichkeit.

Wieso stricken Sie Lebensmittel-Objekte?

Ich habe einen engen Bezug zum Essen, es ist ein wichtiger Bestandteil für uns alle. Mein Vater hatte Lebensmittel «gesammelt». All die Köstlichkeiten wie feine Salami, Weine und vieles mehr. Heutzutage wissen viele Menschen – vorallem junge – nicht mehr, woher das Essen überhaupt kommt. Es gibt Kinder, die denken die Milch komme aus dem Tetrapak und nicht von der Kuh! Ich will zeigen, dass das Fleisch vom Schwein kommt. Vielleicht stricke ich mal ein blutiges Rind, wer weiss! Es erinnert mich natürlich auch an die antiken Metzgereien in Paris. Für meine Kinder war und für die Enkelkinder ist es eine zusätzliche Hilfe, die Lebensmittel in ihrer eigenen Art und Haptik kennen zu lernen.

Stricken – was bedeutet das für Sie?

Für mich ist Stricken eine Art von Therapie. Es beruhigt und ist meine Art zu meditieren. Alle meine Objekte stricke ich ohne Anleitung. Ich beginne einfach – und so entsteht etwas Neues. Ich kann die Objekte bereits dreidimensional sehen und muss sie nur noch stricken. Das ist sehr spannend. Stricken ist die Formulierung von Gedanken. Es beruhigt mich unheimlich, und es tut meiner Seele gut.

Haben Sie eine bestimmte Technik und auserwählte Materialien?

Ich bin in Paris geboren und habe gelernt ‚französisch‘ zu stricken. Das heisst, die Wolle liegt in der rechten Hand anstatt in der linken. Es ist jedenfalls eine andere Art zu stricken. Einige Objekte habe ich gehäkelt. Davon bin ich weggekommen. Die Lebensmittel haben mit Wolle und feinstem Mohair viel mehr ihren eigenen Charakter.

Seit wann stricken Sie und wie oft?

Ich stricke seit meiner Kindheit und war auch die Einzige in unserer Familie. Meine Mutter war Designerin, mein Vater Modejournalist. Somit war es von Zuhause aus naheliegend, dass ich mich mit etwas Künstlerischem befasse. Wenn ich aus dem Haus gehe, habe ich immer meine Strickarbeit dabei. Wenn ich irgendwo warten muss, dann stricke ich. Wenn ich in einem Kaffee bin, dann stricke ich. Wenn ich im Flieger bin, dann stricke ich. In jeder freien Minute stricke ich, dass heisst, ich nutze jede Möglichkeit.

Wieso stricken Sie Lebensmittel-Objekte?

Ich habe einen engen Bezug zum Essen, es ist ein wichtiger Bestandteil für uns alle. Mein Vater hatte Lebensmittel ‚gesammelt‘. All die Köstlichkeiten wie feine Salami, Weine und vieles mehr. Heutzutage wissen viele Menschen – vorallem junge – nicht mehr, woher das Essen überhaupt kommt. Es gibt Kinder, die denken die Milch komme aus dem Tetrapak und nicht von der Kuh! Ich will zeigen, dass das Fleisch vom Schwein kommt. Vielleicht stricke ich mal ein blutiges Rind, wer weiss! Es erinnert mich natürlich auch an die antiken Metzgereien in Paris. Für meine Kinder war und für die Enkelkinder ist es eine zusätzliche Hilfe, die Lebensmittel in ihrer eigenen Art und Haptik kennen zu lernen.

Stricken – was bedeutet das für Sie?

Für mich ist Stricken eine Art von Therapie. Es beruhigt und ist meine Art zu meditieren. Alle meine Objekte stricke ich ohne Anleitung. Ich beginne einfach – und so entsteht etwas Neues. Ich kann die Objekte bereits dreidimensional sehen und muss sie nur noch stricken. Das ist sehr spannend. Stricken ist die Formulierung von Gedanken. Es beruhigt mich unheimlich, und es tut meiner Seele gut.

Haben Sie eine bestimmte Technik und auserwählte Materialien?

Ich bin in Paris geboren und habe gelernt ‚französisch‘ zu stricken. Das heisst, die Wolle liegt in der rechten Hand anstatt in der linken. Es ist jedenfalls eine andere Art zu stricken. Einige Objekte habe ich gehäkelt. Davon bin ich weggekommen. Die Lebensmittel haben mit Wolle und feinstem Mohair viel mehr ihren eigenen Charakter.

Bezeichnen Sie sich als Künstlerin?

Es dauerte seine Zeit, bis ich mich als Künstlerin bezeichnen konnte. Mittlerweile bezeichne ich mich als Künstlerin. Und ich bin sehr gerne Künstlerin!

Haben Sie Ausstellungen, Vernissagen, Versteigerungen – Kaufangebote?

Meine Objekte habe ich zum ersten Mal in Winterthur in einem Wollladen ausgestellt. Die Reaktionen waren interessant, und ich hätte das eine oder andere Stück Fleisch bereits verkaufen können. Ende August geht die Ausstellung nach Basel ins Schaufenster eines Wollgeschäfts. Versteigerungen in diesem Sinne gab es bis jetzt keine. Den Schweinekopf mit Gemüse-Bouquet hätte ich aber bereits mehrmals verkaufen können!

In Ihrem geheimsnivollen Garten haben Sie auch Zwerge ausgestellt. Was halten Sie von Kitsch?

Mein Garten ist pure Inspiration und eine weitere Meditations-Quelle. Als Künstlerin darf man auch etwas Kitsch um sich haben. Mit Kitsch kann ich die Seele der Betrachter bewegen. Kitsch bleibt lebendig und entzückt die Gesamtansicht vom Ganzen. Egal in welcher Art. Es soll einfach bewegen, denn Perfektion ist langweilig… deshalb die Gartenzwerge!

Was folgt in Zukunft?

Ich bin bald pensionierte Ärztin, aber arbeite weiterhin zwei Tage die Woche. Und zur anderen Hälfte bin ich natürlich Künstlerin. Was alles andere noch folgt, des kann ich nicht genau sagen, und will es auch nicht gross bestimmen oder verraten!