Kolours

Band / St.Gallen



kolou.rs
März 2018

Wir versüssen unseren Wochenstart mit Musik. In der Reithalle, direkt neben unserem Agenturbüro liegt der Proberaum der Instrumental Band Kolours. Kurz nach Feierabend treffen wir dort die fünf Bandmitglieder. Wir stehen sofort inmitten von verschiedenen Instrumenten, Aufnahmegeräten, Verstärkern und unzähligen Wandposter. Schnell ist klar: Innerhalb dieser vier Wände proben leidenschaftliche Musiker.

Wer steckt hinter der Instrumental Band Kolours?

Wir sind Hiro Gähwiler, Jonas Huber, Jan Koster, Philip und David Meienhofer. Vor über zehn Jahren startete unsere musikalische Reise. Damals probten Jan, Hiro und Jonas zusammen für ein Projekt der Musikschule Degersheim. Nach dessen Ende spielten wir selbständig weiter. Seit zwei Jahren machen wir in der jetzigen Formation Musik. Letzteres und unsere gemeinsame Heimat Degersheim sind die ausschlaggebenden Punkte für unsere langjährige Freundschaft.

Was bedeutet euer Bandname Kolours?

Die Herleitung kommt vom englischen Wort «Farben». Unsere Musik ist geprägt von verschiedenen Farbklängen. Anhand dieser möchten wir bestimmte Gefühle und Stimmungen ausdrücken. Deshalb trägt jedes Lied den Namen einer Pantone-Farbe.
Ende 2016 kam die Anfrage, ob wir im Sommer 2017 am «Musig uf de Gass» um 23 Uhr im Palace spielen möchten. Wir wussten um die Bedeutung dieses Slots. Und da es unser erstes Konzert war, wussten wir auch, dass wir nun innerhalb von zwei Wochen einen Bandnamen, Pressefotos, etc. kreieren sollten. Zur gleichen Zeit reiste Jonas mit Freunden seines Kreativstudios Neusicht für ein Konzert von Bon Iver nach Luxemburg. Kurz vor dem Trip wurde die komplette Europa-Tour abgesagt. Der Flug und das Airbnb-Appartment war bereits gebucht. Darum fand der Wochenend-Trip trotzdem statt. So entstand in einem Luxemburger Wohnzimmer – auf dem TV-Bildschirm Live-Videos von Bon Iver – der Bandname «Kolours».

Ihr spielt ohne Gesang. Weshalb?

Für uns standen immer die instrumentellen Klänge im Vordergrund. Auch ist uns sehr wichtig, dass wir alle unsere Live-Sets ohne Loop-Geräte spielen können. Deshalb entschieden wir uns gegen einen Sänger und stattdessen für einen weiteren Gitarristen. Mit David, Philips Bruder, fanden wir einen, den wir bereits vorher gut kannten.

Ihr verbindet eure Musik mit der Suche nach dem Weiten. Wie kam es zu diesem Vergleich?

Jonas: Wenn ich Musik höre, sitze ich oft im Zug. Dabei schaue ich aus dem Fenster und verliere mich in der Welt, also in der weiten Ferne. Unsere Musik soll zu gedanklichen Reisen einladen.

Hiro: Wenn ich Songs komponiere, versuche ich ein bestimmtes Gefühl auszudrücken. Während ich verschiedene Klangzusammensetzungen ausprobiere, entstehen Demo Tapes. Diese verfeinern wir dann in der Probe. Somit ist der Weg zum fertigen Song bereits eine Reise.

Während der Probe dimmt ihr das Licht, weshalb?

An Auftritten unterstützen Visuals unsere Musik. Sie unterstreichen die Suche nach dem Weiten. Aus diesem Grund spielen wir ohne Scheinwerferlicht. Vor unserem ersten Auftritt im Palace wurde uns bewusst, dass es auf der Bühne eher dunkel sein wird. So begannen wir in schummrigen Licht zu proben, um uns an die Auftrittssituation zu gewöhnen. Mittlerweile ist dies Normalität geworden.

Welches Highlight steht als nächstes an?

Zurzeit stecken wir inmitten der ersten Aufnahmen. Im Sommer möchten wir ein Song veröffentlichen und im Herbst dann ein Album. Mit den Aufnahmen haben wir uns Zeit gelassen. Sobald alles steht, planen wir weitere Konzerte. Wir möchten schliesslich unsere Musik mit Publikum teilen.

Habt ihr einen Traum als Band?

Hiro: Als St.Galler würde ich gerne am OpenAir St.Gallen spielen. Aber Philip, Jonas und Jan haben dies bereits mit dem Pirmin Baumgartner Orchester erlebt. Und deshalb ist wohl das grösste Ziel, dass wir innerhalb eines Jahres ein Live-Set haben, das uns allen Spass macht. Traumhaft wäre es, wenn wir zu den Songs passende Visuals hätten.

Philip: An einem grösseren Festival zu spielen, das sich speziell dem Genre Instrumental Musik widmet, wäre ein weiterer Traum. Da könnten wir vor Publikum spielen, welches das Festival wegen der Musik besucht und die Zeit sicherlich geniesst.